WhatsApp – Ein persönlicher Eindruck

Whatsapp ein nützliches Kommunikationstool was wohl so ungefähr jeder kennt und auch fast jeder nutzt der ein Smartphone benutzt.

Auch ich gehöre zu den Nutzern seit ich mein Lumia 920 besitze, mein Start in die Smarte Welt der Telefone. Doch geht Whatsapp immer wieder durch die Presse, aus verschieden Gründen. Meistens jedoch eher mit negativem Unterton in der ganzen Geschichte, doch ist das immer gerechtfertigt gewesen? Ist Whatsapp aber wirklich so schlimm und vorallem wie geht es eigentlich mit Whatsapp in der Zukunft weiter?

Erstmal zur Geschichte von Whatsapp

Whatsapp entstand 2009 im sonnigen Kalifornien, Jahre lang wuchs das kleine Unternehmen. Die Handhabung war einfach, jeder konnte es einrichten. Einfach über die Telefonnummer registriert und man war mit der ganzen Welt verbunden. Mal eben ne Nachricht aus dem Urlaub im tiefsten Dschungel von Afrika in die kalte Heimat im Norden Deutschlands? Kein Problem Hauptsache man hat ne Datenverbindung. Es funktionierte und das hat die Leute angezogen. Bis 2014 haben sich dann 500 Millionen Nutzer angesammelt. Eine unfassbare Menge, eine halbe Milliarde Menschen und die Nutzerzahlen hörten ja nicht auf zu wachsen.

Zwischendrin kam der große NSA-Skandal, die Geheimdienste hören uns ab! Whatsapp stand ebenfalls stark in der Kritik, die Kommunikation erfolgte fast im Klartext, vorher hat es nur wenige Technikexperten gekümmert, jetzt war es allen Presseblättern. Man hat das Ende von Whatsapp prophezeit, die verschlüsselten Alternativen Threema, Telegram oder wie sie alle heißen erlebten einen kurzen aber sehr starken Zulauf. Viele sind reaktionär gewechselt, doch lange hat es nicht gehalten. Der Mensch vergisst, für viele wichtige Themen, viel viel zu schnell. So auch beim Thema Datensicherheit, 2-3 Monate Trubel und alle waren wieder bei Whatsapp und das Wachstum ging wieder weiter.

Ich selber hab auch einige der Whatsapp-Alternativen ausprobiert, jedenfalls soweit mir Apps für Windows Phone zur Verfügung standen. Was zu dem Zeitpunkt natürlich keine Selbstverständlichkeit war. Allgemein der Umgang mit Windows Phone Umsetzungen von bekannten Apps bzw. von bekannten Anbietern ist ein Unding, aber das überschreitet hier das Thema und da lass ich mich zu einem anderen Zeitpunkt mal aus.

Dann kam der 19. Februar 2014 und die nächste große Welle ging durch die sozialen Netzwerke und die Presse dieser Welt. Whatsapp wurde gekauft, für 19 Millarden Dollar, bis dahin schon mal eine gigantische Summe für ein ziemlich kleines Unternehmen an für sich das keine bisher keine Riesen Gewinne abwirft. Das alleine hätte aber höchstens für ne kleine Randnotiz im Wirtschaftsteil gesorgt. Der Aufreger an dieser Nachricht war der Käufer, das von allen genutzte aber doch irgendwie gehasste Facebook. Datensammler Nummer 2 nach Datenkrake Google schnappt sich den größten Anbieter für mobile Kommunikation und greift damit noch mehr in die Privatsphäre der Leute. Für viele schien es nicht mal logisch warum Facebook sich Whatsapp schnappt, Facebook hat doch selber mit dem Messenger einen Service im Angebot der genau die selbe Funktion bietet. Aber Facebook hatte nicht die Vertrauensbasis, Facebook trauten die Leute nicht so, man musste sich extra nen Konto eröffnen, es war halt nicht so bequem für Oma das einzurichten damit man ihr Bilder vom aktuellen Urlaub zuschicken kann.

Doch hat Facebook durch diesen einen Zugewinn gemacht, die Nutzer schreiben über Whatsapp wesentlich aktiver als über den hauseigenen Messenger, d.h. Facebook kann noch mehr persönliche Daten analysieren. Gut finden kann man es eigentlich nicht, mit leben muss man aber wenn man bei Whatsapp bleiben möchte.
Und auch hier kräht wieder mal nach einem Monat Aufschrei kein Hahn mehr nach.

Aktuelle Entwicklungen auf dem Desktop!

Einer der größten Kritikpunkte an Whatsapp war für viele das es keinen Desktop-Client gab, also man nicht am heimischen Rechner per Tastatur auf die eingehenden Nachrichten antworten konnte. Auch für mich war das immer etwas blöd, zwar sind die Smartphones mittlerweile ziemlich groß und auch mit großen Händen kommt man relativ gut auf der kleinen Tastatur zu Recht aber gegen geübte 10 Finger auf ner großen Tastatur kommt es natürlich lange nicht an. Seit dem 21. Januar 2015 gibt es jetzt eine Web-Basierte Variante, wer Whatsapp auf die aktuellste Version updatet hat eine neue Scan-Funktion im Menü mit der man den per web.whatsapp.com erreichbaren QR-Code einlesen kann. Dies koppelt euer Smartphone mit dem Browser und alle Nachrichten werden an den Desktop gespiegelt. Es ist kein unabhängiger Client und euer Smartphone muss dabei im Netz sein, egal auf welchem Weg. Ob WLAN oder doch Mobile Netz ist dem Browser dabei egal, muss man also aufpassen wenn man groß Bilder/Videos verschickt, nicht das ihr euer Datenvolumen unnötig verschwendet.

Also nochmal für das Verständnis wie die Nachrichten auf dem Desktop-Whatsapp verschickt werden.

Kopplung von Desktop und Smartphone über Internet. (Wo das Smartphone ist praktisch egal.)

Nachricht geht auf dem Smartphone ein wird auf den Desktop gespiegelt, man antwortet auf dem Desktop.

Der Desktop schickt die Nachricht an das Smartphone und wird von da an den Empfänger gesendet.

Also aufpassen das ihr euer Smartphone ins WLAN packt wenn ihr die Web-Variante nutzt, sonst kann es schneller mit dem Datenvolumen zu Ende gehen als gewollt.

Nun zu den Einschränkungen der Web-Variante.

  • Nur für Android, Windows Phone und BlackBerry nutzbar. Login per iOS noch nicht möglich. Gründe dafür sind mir unbekannt, nachvollziehbar ist es für mich jedenfalls nicht.
  • Web-Variante ist momentan nur mit Google Chrome nutzbar, warum das so ist, kann ich mir momentan nicht ganz erklären aber wird wohl etwas mit Authentifizierungprozess zu tun haben.
  • Keine unabhängige Variante, Kopplung mit Smartphone ist nicht unabhängig und wirklich Multi-Plattform. Aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung wie ich finde.
  • keine wirkliche Einschränkung aber ein Kritikpunkt im Netz. Kein eigenständiger Client, im Browser zwar schon nett aber viele wollen halt neben einer Kopplungsfreien-Variante auch einen richtigen Client. Für mich nicht unbedingt notwendig, aber ich würde ihn auch nehmen. Der Browser hat halt schon noch seine Einschränkungen.

Wie geht es mit Whatsapp weiter?

Facebook ist ein börsennotiertes Unternehmen und kein gemeinnütziger Verein, die wollen am Ende Geschäftsjahres eine möglichst große Schwarze Zahl auf dem Konto haben. Das ist deren gutes Recht und wäre schlimm wenn nicht. Also überlegt sich so ein Unternehmen natürlich wie man Geld verdienen kann, für den Facebook Messenger sollen Kunden gesponserte Nachrichten im Postfach landen. Ein bezahlbares Kommunikationstool mit Kunden, wie so schön im Marketing-Deutsch heißt. Also direkte auf einen zu geschnittene Werbung die Unternehmen im Zweifel eine direkte Verbindung zum Kunden ermöglicht, obwohl sie vorher keine Verbindung besessen haben. Datenrechtlich bestimmt alles nicht ganz einfach in Europa aber Facebook wird da wohl schon nen Weg finden. Nur was bedeutet das für Whatsapp? Werden wir jetzt mit Werbung zu gekleistert und finden unseren privaten Nachrichten nicht mehr?

Vorerst wohl nicht, diese Funktion soll erstmal auf dem Facebook Messenger getestet werden und wenn dort die Resonanz positiv ausfällt dann kommt das Konzept auch auf Whatsapp zu. Laut Facebook möchte man die Nutzer aber nicht mit Werbung zu kleistern. Wie sich das entwickelt, muss man wohl abwarten. Persönlich finde ich sowas ziemlich blöd, man zahlt für Whatsapp schon seine Jahresgebühr (außer alte iOS-Nutzer) und dann noch Werbung? Ok der Jahresbeitrag ist mickrig und ich bin mir sicher groß Gewinn kann man damit wohl nicht machen, vor allem bei dem jährlichen Zuwachs an mobiler Kommunikation. Aber ich zahl dann lieber 2€ im Jahr als mir Werbung ums Ohr hauen zu lassen.

Sollte die Werbung bei Whatsapp kommen, ich glaube ich würde Whatsapp den Rücken kehren, es gibt genug vernünftige, gut funktionierende Alternativen bei vielen von denen mit einem starken Schutz der persönlichen Daten.

Mein aktueller Favorit ist Telegram, für alle Plattformen (inkl. Dekstop- und Web-Variante) verfügbar, mit großen Funktionsumfang und OpenSource Übermittlungsprotokoll. Also ist es ziemlich unwahrscheinlich das sich ein Geheimdienst eine Hintertür zum mithören einprogrammieren lassen kann.

Ich hoffe meine wichtigen Kontakte kann ich dann mit rüber ziehen, denn was bringt der beste Messenger der Welt wenn ihn keiner nutzt.

 


So, mein erster Post außerhalb vom üblichen Foto-Thema. Länger als erwartet aber ich hoffe doch trotzdem angenehm zu lesen.

Es kommen dann wohl in nächster Zeit auch noch weitere Post, hauptsächlich wenn ich keine Lust zum Fotografieren hatte bzw. keine zufriedenstellende Bilder bei rum kamen.

Ihr könnt auf alle Fälle mit einem kleinen Rant gegen die Deutsche Bahn rechnen. Alá „Wie gehe ich nicht mit einer App für ein nicht so verbreitetes Betriebssystem um!“

Und wenn ich mich durchringe gibt es dann auch mal eine kleine Vorstellung von Telegram.

Neueste Beiträge

Farolon Verfasst von: